KRANKHEITEN - Herzkrankeit

Was ist eine KHK (koronare Herzkrankheit)

Im Herzen gibt es drei große Arterien die mit Kürzeln benannt werden (LAD, RCA, CX). Wenn eine oder auch mehrere dieser Arterien in einem bestimmten Ausmaß verengt sind, kann das dazu führen, dass der Herzmuskel teilweise zu wenig Blut erhält. Als mögliche Ursachen dieser Verengung sind einerseits familiäre genetische Belastungen, andererseits Lebensstilfaktoren wie insbesondere Rauchen, erhöhtes Cholesterin, Blutzuckererkrankung, Bewegungsmangel, erhöhter Blutdruck, hohes Stressniveau, und einige andere seltene Risikofaktoren zu nennen.

Alle diese Risikofaktoren sind heutzutage als sehr gut behandelbar einzuschätzen. Dabei ist als wesentlichster Faktor die Entwicklung eines gesunden Lebensstils zu nennen in Kombination mit den heutzutage zur Verfügung stehenden hervorragenden Medikamenten. Diese kombinierte Behandlung ist als sehr effektiv einzuschätzen und die Prognose verbessert sich durch eine gelungene Behandlung ganz wesentlich.

Was sind die möglichen Folgen einer Herzkranzgefäßverengung?

Häufigste Folge ist die sogenannte stabile Angina pectoris. In diesem Falle ist der Patient in Ruhe beschwerdefrei, bei körperlicher oder psychischer Anstrengung besteht aber durch die vermehrte Herzarbeit ein Sauerstoffmangel, der sich z.B. als Schmerz im Brustkorb, Engegefühl, Brennen mit Ausstrahlung in den Arm oder Kiefer zeigt. Typisch ist, dass diese Schmerzsymptomatik immer bei einer bestimmten Stärke der Belastung ( z.B. beim Bergaufgehen ab einer bestimmten Steigung) auftritt, in Ruhe klingen diese Beschwerden dann rasch wieder ab, Nitro hilft meist innerhalb weniger Minuten.
Diese Situation stellt üblicherweise keine akute Bedrohung dar, es muss aber eine genaue Untersuchung und Behandlung durchgeführt werden.
Die zweite mögliche Folge einer Herzkranzgefäßerkrankung ist die Entwicklung eines Blutgerinnsels in einem vorgeschädigten Gefäß, wodurch sich das Blutgefäß sehr rasch stärker verengt oder sogar verschließt. In diesem Fall kommt es zu einem relativ plötzlich auftretenden stärkeren Schmerz in Ruhe oder auch bei Belastung, der nicht mehr rasch abklingt und auf Nitro nicht verschwindet. Weitere mögliche Symptome: Luftnot, Schwindel, Herzklopfen, Übelkeit, Rückenschmerzen, Schwäche etc. In diesem Fall ist es für Sie wichtig, unverzüglich einen Arzt zu rufen oder sich sofort in Spitalsbehandlung zu begeben. Man nennt diese Situation eine instabile Angina pectoris, wobei hier auch ein Herzinfarkt als Ursache möglich ist. Ziel einer effektiven Behandlung einer KHK ist, diese Situation zu verhindern, bei optimaler Behandlung ist dieses Ziel sehr oft erreichbar.

Behandlung der Herzkranzgefäßerkrankung

Wenn ein größeres Herzkranzgefäß so stark verengt ist, dass die Gefahr einer höhergradigen Durchblutungsstörung besteht und die Behandlung mit Medikamenten nicht ausreicht, wird dieses üblicherweise durch eine Herzkatheteruntersuchung festgestellt und gleich im Rahmen der Untersuchung eine Dehnung durchgeführt (Dilatation). Falls notwendig , wird ein Metallgitter nach der Dilatation eingesetzt (Stent). Die Chance, dass die Stelle offen bleibt ist dabei sehr groß. Dennoch ist eine Folgebehandlung unbedingt notwendig, um die Risikofaktoren möglichst zu normalisieren.
Durch die Entwicklung eines gesunden Lebensstils und Einnahme der vorgeschlagenen Medikamente ist das sehr gut möglich. Die Prognose kann ganz wesentlich verbessert werden.
Die stark verengte Stelle stellt nämlich nur eine Problemzone dar und man muss annehmen, dass auch an anderen Stellen kleinere Gefäßveränderungen in den Herzkranzgefäßen vorliegen, die durch Beeinflussung der Risikofaktoren sehr gut behandelt werden können.

Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Nichtmedikamentöse Behandlungsmethoden:

Die Entwicklung eines gesunden Lebensstils beinhaltet folgende Bereiche:

Durch die Entwicklung eines gesunden Lebensstils bei coronarer Herzerkrankung wird sowohl die Lebensqualität als auch die Prognose ganz wesentlich positiv beeinflusst. Die Verbesserung der Ernährung und der Bewegung führen teilweise zu besseren Ergebnissen als einzelne Medikamente. Insgesamt ist allerdings in jedem Fall eine Kombinationsbehandlung mit Medikamenten und gesunder Ernährung, Stressreduktion und ein gesundes Bewegungsverhalten, sowie die Beendigung des Rauchens zu empfehlen.

Studien zur Wirksamkeit von lebensstilverbessernden Maßnahmen (ohne Medikamente!) zeigen eine Senkung von Komplikationen sowie neuerlichen Herzinfarkten um über 50%.
Auch die Gesamtmortalität kann um 40-50% durch die Entwicklung eines gesunden Lebensstils gesenkt werden.
Es gibt sogar Studien, die eine Abnahme der Verengungen von Herzkranzgefäßen durch Lebensstilverbesserung nachweisen (in diesem Fall extrem fettarme Kost + Bewegung + Stressreduktion), was bisher allein durch Medikamente nur in ganz geringem Ausmaß möglich ist.

Erwähnt werden soll auch, dass durchaus kleine, erreichbare Veränderungen große Wirkungen zeigen, z.B. eine um 60% niedrigere Sterblichkeit von moderat sportlich aktiven Personen im Vergleich zu körperlich nicht aktiven Personen.

In den USA konnte die Sterblichkeit an Herz – Kreislauferkrankungen deutlich gesenkt werden, und dies ging vorwiegend auf Lebensstilveränderungen zurück.

Durch die empfehlenswerte Kombinationbehandlung mit wichtigen Medikamenten wird dies noch verbessert.
Insgesamt bedeutet dies, dass die coronare Herzerkrankung in vielen Fällen eine hervorragend gut behandelbare Erkrankung ist, die eine sehr gute Prognose und eine gute Lebensqualität möglich macht.

Medikamentöse Maßnahmen:

Welche Kontrollen sind notwendig?

  1. Blutdruckselbstmessung,

  2. am Anfang der Behandlung Cholesterinkontrollen in 3 u. 6 monatigen Abständen, später ev. 1-2x jährlich,

  3. je nach Situation (zumindest aber 1x jährlich) Untersuchung bei einem Internisten, wobei hier meist ein Belastungs-EKG sinnvoll sein wird, ev. weitere US.

  4. Weiters sind je nach verordneten Medikamenten noch weitere Blutkontrollen zu empfehlen. Diese werden von Ihrem Arzt vorgeschrieben.

  5. Unabhängig von den Routinekontrollen ist wichtig, dass Sie Ihren Hausarzt jeweils kontaktieren, wenn neuerlich Schmerzen oder andere verdächtige Symptome auftreten, insbesondere in Ruhe oder auch bei Belastung, oder wenn der von Ihnen gemessene Blutdruck (Tagesdurchschnittswert) nicht im Zielbereich von 135/85 liegt.

Ich möchte am Schluß noch einmal betonen, daß die Prognose bei optimaler Behandlung sehr oft als sehr gut einzuschätzen ist. Die Entwicklung des gesunden Lebensstils in Kombination mit den hochwirksamen Medikamenten wird für Sie Lebensqualität bringen und die Prognose deutlich verbessern.

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